Das Budget 2014 der Gemeinde Kayl steht unter dem Zeichen einer rückläufigen Finanz-und Wirtschaftslage, welche sich negativ auf die staatlich finanzierten Haupteinnahmequellen der Gemeinde auswirkt. 

So ist auch in den kommenden Jahren mit einem weiteren Rückgang der Unternehmens- und Gewerbesteuer zu rechnen. Im ordinären Haushalt verringern sich somit die Einnahmen der Gemeinde, gleichzeitig ist jedoch eine steigende Belastung von rund 1,2mio. Euro bei den Ausgaben zu beobachten. Die Personalkosten steigen auf fast 53% der ordinären Ausgaben im Vergleich zu 2013. Dies ist vor allem auf die Schaffung neuer Arbeitsplätze innerhalb der Gemeinde zurückzuführen, um einerseits die bestehenden Gemeindedienste zu entlasten und andererseits neue Dienststellen zu schaffen. 

Hierzu gehören die Einstellung eines neuen Architekten für Städtebauentwicklung, sowie die Schaffung eines Umweltdienstes für die ökologische Entwicklung der Gemeinde. Dies war nötig, um unsere wachsende Gemeinde sowohl im Bereich der urbanen Lebensqualität, wie auch der nachhaltigen Entwicklung abzusichern. Durch die Entlastung der bestehenden Dienste sollen nicht nur die steigenden Überstunden innerhalb der Gemeinde abgebaut werden, welche sich mit fast 300.000Euro im Haushalt der vorherigen Jahres niedergeschlagen haben, sondern auch weitere Arbeiten in kommunaler Eigenverantwortung übernommen werden, so dass der Rückgriff auf externe Dienstanbieter verringert und so positive Einsparpotentiale erzielt werden können.

Des Weiteren hat sich gezeigt, dass die rasant steigenden Energie- und Heizkosten den Gemeindehaushalt auch in den kommenden Jahren stärker belasten. Dies unterstreicht die Wichtigkeit einer energetischen Sanierung der öffentlichen Strukturen. Der graduelle Umstieg auf eine stromsparende öffentliche Beleuchtung, die Erneuerung der Gemeindefuhrparks, sowie die Sanierung der öffentlichen Gebäude (wie z.B. des Kulturzentrums „Schungfabrik“ und des Schulgebäudes „Faubourg“) sind notwendig, um diesem Trend entgegenzuwirken. Hier zeigt sich, wie wichtig der Umstieg auf dezentrale, erneuerbare und autonome Energiequellen wirklich ist. 

Trotz allem konnte durch die vorsichtige Investitionspolitik der letzten Jahre der Gemeindehaushalt für 2014 im Gleichgewicht gehalten werden, so dass auf ein weiteres Darlehen verzichtet werden kann. Somit sinkt die Verschuldung der Gemeinde für 2014 auf rund 14mio. Euro, was einem Rückgang von insgesamt 5mio. Euro im Vergleich zu 2006 entspricht.

Im Bereich der extraordinären Ausgaben zeigt sich, dass vor allem in die Bereiche Bildung, Kinderbetreuung und Gemeindeinfrastruktur investiert wird. Die Schaffung eines neuen Bürgerzentrums (250.000Euro) innerhalb der Gemeindeverwaltung soll die Dienstleistung am Bürger weiterhin verbessern. 

Die Vergrößerung der Maison-Relais auf dem Widdem (1mio. Euro) soll nicht nur Plätze für weitere Kinder garantieren, sondern auch die Qualität der Kinderbetreuung verbessern. Zu diesem Zweck soll außerdem eine neue Maison-Relais in Tetange (100.000Euro) geplant werden.

Im Bereich der Schulen hat die Machbarkeitsstudie von 2013 gezeigt, welche Wege der Gemeinde für die Realisierung der „Quartierschulen“ offenstehen. Hier hat sich vor allem gezeigt, dass weitere Strukturen für den Cycle 1 und 4 auf dem Widdem erschlossen werden müssen. Dies soll einerseits zu einer Verkürzung der Schulwege führen und andererseits die nötige Entlastung der überfüllten Alexandraschule in Tetange mit sich bringen.

Zu diesem Zweck musste die Investitionspolitik im Bereich der Schulen neu überdacht werden. Die geplante Erweiterung der Faubourg-Schule für rund 8mio. Euro findet nicht statt. Stattdessen werden die Ausgaben in die Renovation der Faubourg-Schule (Planung und erste Sanierungsarbeiten 500.000Euro), den Ausbau des Standortes Widdem (Planung 100.000Euro) und den Bau einer neuen Maison-Relais in Tetange fließen (Planung 100.000Euro). Das Investitionsvolumen zur Erneuerung unserer Schulinfrastrukturen bleibt so mit rund einem Drittel der Gemeindeausgaben weiterhin hoch, soll jedoch anders verteilt werden.

Um den sicheren Schultransport unserer Kinder zu gewährleisten, soll außerdem ein neuer Schulbus (345.000Euro) angeschafft werden.

Weitere 110.000Euro sind für die Begrünung des Schulhofes der Nuel-Schule in Tetange geplant. 

Eine geplante Konvention mit der „Initative Liewensufank“ soll im Rahmen des Projektes „bébé+“ (16.000Euro) soll ab 2014 eine Begleitungs- und Beratungsstelle für Eltern mit Kindern bis zum ersten Lebensjahr schaffen. Mit der Initiative „empowerment 4 employment“ (2.000Euro) bieten wir zusätzlich Formationen für Jugendliche auf Arbeitssuche an. Diese Maßnahme wird durch die Organisation unseres jährlichen „Jobdays“ begleitet. Auch an die ältere Generation wird gedacht, mit der Schaffung eines „Club Senior“ (31.000Euro), wo die Gemeinde Kayl eine Zusammenarbeit mit Rumelange eingegangen ist. 

Im Umweltbereich soll für 2014 ein öffentliches Mülltrennungskonzept (100.000Euro) umgesetzt werden. So sollen in allen öffentlichen Gebäuden Behälter für eine zeitgemäße Mülltrennung installiert werden. Dies soll auch auf allen öffentlichen Plätzen und Veranstaltungen (wie z.B. Fête de la Musique, Wochenmarkt) geschehen. Innerhalb der Verwaltung hat dieser Umstieg bereits begonnen.

Die Anschaffung eines „Spullweenchens“ wurde bereits 2013 getätigt. Dieser soll ab 2014 auf allen öffentlichen Festen der Gemeinde zum Einsatz kommen, so dass unnötiger Plastikmüll verhindert werden kann. Diese Maßnahme soll durch den Umstieg auf recycelbares und biologisch abbaubares Besteck (2.000Euro) komplementiert werden.

Die Anschaffung eines Elektroautos für die Gemeinde (35.000Euro) soll weitere Erfahrungswerte mit dem Umgang alternativer Fortbewegungsmittel mit sich bringen. Dies geschieht mit Blick auf die Installation einer Aufladestation für Elektrofahrzeuge innerhalb der Gemeinde für 2015/2016.

Die Anschaffung überdachter Fahrradständer (25.000Euro) für den sanften Personenverkehr wurde 2013 abgeschlossen. Diese sollen ab 2014 den Bürgern der Gemeinde zur Verfügung stehen.

Eine generelle Abwasserstudie der Gemeinde Kayl (129.000Euro) ist für 2014 im Rahmen des STEP geplant.

Die notwendigen Maßnahmen zur Einführung des „Fauchage Tardif“ wurden bereits 2013 unternommen.

Die Studie zur Installation einer Zeitschaltuhr für die öffentliche Beleuchtung wurde abgeschlossen, so dass diese 2014 installiert werden kann (30.000Euro).

Seit 2013 ist die Gemeinde Kayl auch Mitglied des Klimapaktes (6.500Euro). Um auch in Zukunft die nachhaltige Entwicklung der Gemeinde in Sachen Mobilität, Energie, und Naturschutz zu gewährleisten wird 2014 ein neuer Umweltberatungsdienst geschaffen, um zukünftige Umweltprojekte zu planen und das ökologische Gewissen der Gemeinde zu stärken.

Des Weiteren liegt es der grünen Fraktion am Herzen den Anforderungen des „Fairtrade-Labels“ gerecht zu werden. Zu diesem Zweck soll ein Organisationskomitee eingeführt werden, um den Umstieg auf Fairtrade-Produkte zu planen.

Das Aktionsbudget für das Gemeindesyndikat „Sicona“ (97.000Euro) wurde weiterhin hoch gehalten. Die Schaffung eines Flachwasserbiotops für den Schutz des Kammmolches wurde 2013 abgeschlossen. Nun sollen für 2014 Maßnahmen gegen die Verschlammung des Flusses „Puelbech“ unternommen werden.

Die Arbeiten für die Schaffung eines Waldfriedhofs haben bereits 2013 begonnen und sollen 2014 abgeschlossen werden. Hierzu werden weitere 30.000Euro investiert.

Im Kulturbereich sind vor allem die Renovation und der Umbau des Kulturzentrums „Schungfabrik“ (500.000Euro) geplant. Hier wurde bereits 2013 ein neues Gesamtkonzept im Gemeinderat vorgestellt. Neben wesentlichen Sicherheitsmaßnahmen, sind neue Proberäume und eine energetische Sanierung (Dachisolation und neue Fenster) des Gebäudes geplant.

Die Installation einer elektronischen Informationstafel (45.000Euro) soll das Informationsangebot der Gemeinde weiterhin verbessern. Dies geht einher mit der Umgestaltung der Gemeinde-Webseite, welche 2013 begonnen hat und 2014 mit der Einführung eines Live-Streaming der Gemeinderatssitzungen (8.000Euro)  vervollständigt werden soll.

Der Gemeindehaushalt wurde mit Hinblick auf die Präsentation eines neuen „Plan Pluriannuel“, welcher im Februar 2014 vorgestellt werden soll, vorsichtig gestaltet. Dieser mehrjährige Finanzplan soll die wesentlichen Grundzüge der extraordinären Investitionspolitik der rot-grünen Gemeindekoalition festhalten.

Auf der finanziellen Ebene bleibt die größte Herausforderung der nächsten Jahre die qualitative Verbesserung der Gemeindedienstleistungen und der öffentlichen Infrastrukturen vor dem Hintergrund einer rückläufigen Wirtschaftslage. Hier ist insbesondere der dahinschmelzende Überschuss des ordinären Gemeindehaushalts im Auge zu behalten.

 

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